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Der BossardBlog

Längere Texte zu dem Lüllauer Künstler Johann Bossard und seinen ideologischen Verstrickungen habe ich in den letzten Jahren vorgelegt - nun legen die fortlaufenden Ereignisse nah, in einem Blog in lockerer Reihenfolge zu den Ereignissen Stellung zu beziehen. Begonnen im November 2020

 

 

Scherbengalerie und verbotene Bilder

 

Jahrelang ist der Buchholzer Fotograf Ingo Engelmann den Scherben gefolgt. Zerschlagene Fenster, geborstene Scheiben, gesplitterte Spiegel hat er gefunden und fotografiert. Dabei hat er besondere Orte gefunden und manche immer wieder aufgesucht. Vor allem ein ehemaliges Krankenhaus in der Heide hat es ihm angetan. „Jedes Foto ist eine Momentaufnahme aus der Lebensgeschichte eines Ortes“, schreibt er in dem Buch, das daraus geworden ist: „Scherbengalerie Wintermoor – Die verlassene Klinik, eine heimliche Foto-Ausstellung und die Wiederentdeckung der Vergänglichkeit“ heißt es und ist soeben erschienen.

 

Gleichzeitig hat er seine „Scherbengalerie“ im Buchholzer Kunstverein ausgestellt. Bilder aus Wintermoor durfte er dort nicht zeigen, das hat die Stadt Schneverdingen untersagt. Aber Scherben findet man auch anderswo in der Nordheide, und über seine Wintermoor-Begegnung hat er nun im Buch berichtet. Die besondere Ästhetik zerbrochenen Glases kann man in seinen Bildern entdecken, und kulturelle und literarische Zusammenhänge zeigt er im Text auf. In seinen Lesungen wird daraus eine spannende Kombination.

 

Engelmann hat nicht nur die Ästhetik und die Philosophie der Scherben erkundet, er hat auch die Geschichte des alten Krankenhauses erforscht. Erbaut von den Nazis um Rahmen der „Aktion Brandt“ (was es damit auf sich hatte, wird erläutert), später als Lungenheilstätte genutzt und dann Teil der renommierten Hamburger ENDO-Klinik diente es zuletzt als Pflegezentrum. Seit 15 Jahren steht es leer und ist Sprayer-Galerie, Abenteuerspielplatz für Jugendliche und in der Szene beliebte Foto-Location. Engelmann ist es gelungen, das Baracken-Gelände und seine Geschichte zu würdigen und im Rahmen einer verdeckten Kunst-Aktion in Interaktion mit den alten Gebäuden zu treten. An vielen Stellen merkt man, dass Ingo Engelmann nicht nur Fotograf ist, sondern in seinem Berufsleben als promovierter Psychologe und Psychotherapeut tätig war.

 

„Lost Places - verlorene Orte – sind inspirierend und immer ein bisschen gruselig... Die Bilder zeigen Blicke durch zerbrochene Fenster, Reflexionen und das Spiel von Licht und Schatten, gleich asm Anfang der Ausstellung scheint aus einer Scheibe eine Ente herausgebrochen zu sein – oder ist es die zum Triumph gereckte Faust?“ fragt das Hamburger Abendblatt. Jeder Betrachter ist herausgefordert, so seinen Assoziationen freien Lauf zu lassen oder sich auf das Strukturen, Linien und Kontraste einzulassen, ohne danach zu suchen, was das sein könnte.

 

Die Cellesche Zeitung empfiehlt die „Scherbengalerie“: „Ein Buch mit Tiefgang, ein Buch über unser Verhältnis zur Vergangenheit und zur Vergänglichkeit, ein Buch für jeden empfindsamen Menschen.“ (Andreas Babel 2020)  Die Soziale Psychiatrie über den Autor: „Ingo Engelmann, das wissen wir längst, ist ein vorzüglicher Autor. Ihn zu lesen ist ein Vergnügen.“ (Ilse Eichenbrenner 2020).

 

 

Ingo Engelmann:

Scherbengalerie Wintermoor.

Die verlassene Klinik in Wintermoor, eine heimliche Foto-Ausstellung und die Wiederentdeckung der Vergänglichkeit.

Verlag BoD Norderstedt, September 2020

186 Seiten, über fünfzig meist farbige Fotos, 17.- €

ISBN 9-783751-984461

 

Ausstellung (ca. 40 Fotos im Format von 20 x 30 bis 60 x 80 cm) und

Lesung (Vortrag, 60 min, mit Bildpräsentation – anschließende Diskussion) können gebucht werden.

Anfragen an klangengel@t-online.de oder unter der Telefonnummer 04181/291614

 

 

 

2019 erschienen:

 

Ingo Engelmann:

Wie ich die Müllerstochter kennenlernte. Psychodynamik einer Begegnung von Kunst und Heimat.

Verlag Books on Demand (2019), ISBN-13: 9783741240409, 112 Seiten, 30 Fotos (s/w), Preis 7,99 €

erhältlich im Buchhandel oder im Internet (https://www.bod.de)

 

Aus der Rezension der "Sozialen Psychiatrie" Heft 1/2020:

 

"...die Geschichte der Mühlen und das Leben der häufig als Hexen verdächtigten Müllerinnen fasziniert. Allmählich gerät man in den Sog dieser beiden Leben und der kunstvollen Spiegelung. Ingo Engelmann, das wissen wir längst, ist ein vorzüglicher Autor. Ihn zu lesen ist ein Vergnügen. In der „Holmer Müllerstochter“ ergänzt er Heimat-, Sozial- und Weltgeschichte mit anspruchsvollen historischen und psychoanaytischen Exkursen zum Thema Bewusstsein, Heimat und Fremde. Wer bin ich, wer war sie, und was erleben wir gemeinsam? Was macht uns zu dem, was wir sind? (...) Die Anregungen von Ingo Engelmann: Im Eigenen das Fremde und im Fremden das Eigene zu finden." (Ilse Eichenbrenner)


 

 

Über diese Homepage

 

Auf dieser Homepage finden Sie viele Texte, die nicht veröffentlicht wurden.

Vorträge, die nirgends abgedruckt sind.

Notizen, die handschriftlich abgeheftet waren.

Und den Bossard-Blog.

Vieles, was ich in den letzten Jahrzehnten geschrieben habe, und was sonst eher einfach verschwindet, wird hier zugänglich. Ausgangspunkt war mein berufliches Tun in Psychiatrie, Psychotherapie und Musiktherapie (1976-2015). Hinzu kommen die Lebensbereiche, ohne die all das Professionelle Nichts wäre: Musik, die Welt, der Geist. Was fachlich und exakt daherkommt, wäre Nichts ohne das Lebendige und Subjektive.

 

Deswegen sind hier unterschiedliche Themen und Texte zusammengehäuft Wie bei der Suche nach Versteinerungen in einem Steinbruch muss man auch hier lange suchen, ehe man etwas findet, das einem was sagt.

 

 

Überblick:

 

Im ersten Menupunkt geht es um den Heide-Bildhauer Johann Bossard. Seit langer Zeit (mindestens seit 2010) beschäftigt mich die Geschichte der Kunststätte in Lüllau (Jesteburg) bei uns um die Ecke. In zwei Texten habe ich mit Bossards völkischer Ideologie befasst und versucht, eine klare und doch differenzierte Bewertung zu finden. Außerdem sind hier meine z.T. nicht veröffentlichten Briefe dokumentiert. Aufgrund der sich stets neu ergebenden Fragen wird dieser Menu-Punkt nun in Form eines fortlaufenden Blogs immer wieder aktualisiert (seit November 2020).

 

Psychologie: Der Menupunkt beginnt mit einem neuen Text zur gesellschaftlichen Situation in Lockdown (2020) und zur Rolle von Verschwörungsmythen aus psychodynamischem Blickwinkel. Im Weiteren  geht es um Sprache, um psychodynamische Konzepte von Handeln und Agieren, um Spezialbereiche (Diabetes und Persönlichkeitsstörung). Dabei ist auch der  erste Vortrag, in dem ich mich mit psychologischen Konzepten zur Mentalisierung am Beipiel der Kinderbücher über die Muminfamilie und Pu, den Bär beschäftigt habe.

 

Die nächsten drei Menupunkte haben einen gemeinsamen Nenner: Mentalisierung in Kinderbüchern.

 

Pu der Bär und die Mentalisierung ist ein längerer Text (im Druckformat fast hundert Seiten). Er zeigt anhand von vielen Fundstellen aus den beiden Pu-Büchern von A.A. Milne, wie sich die verschiedenen Gefährten aus dem Hundertmorgenwald zu einem wundersamen Ganzen fügen, bei dem man gar nicht mehr genau weiß, bei wem man sich am besten fühlt, oder ob nicht doch alle zusammen den Zauber dieses  Gespinstes ausmachen. Viel Mentalisierung, viel Psychologie, wenig Fachbegriffe und kaum Theorie. Aber liebenswert, und wie!

 

Mumin: Mentalisierung im Mumintal  bezieht sich auf die Mumin-Bücher von Tove Jansson. Sie sind psychologisch mindestens so schlau wie Pu der Bär, aber sie bilden sich darauf überhaupt nichts ein (wissen sie es überhaupt?). Auch dieser Text ist fast hundert Seiten lang, wenn man ihn ausdruckt. Er enthält viel Trollkenntnis, die sich von Menschenkenntnis oft nicht unterscheidet, und man kann eine Menge über Mentalisierung erfahren, ohne dicke Theoriebücher studieren zu müssen. Das ist viel entspannter und, wie bei Pu, überaus liebenswert. 

 

Mumin: Spiegelung und Entwicklung ist ein kleiner Exkurs über die Rolle von Bindung, Spiegelung und Reifung im Leben von Mumin. Die Mutter kommt natürlich vor, aber auch ein Orden und ein Spiegel, und eine kühle Freundin. Fünf Seiten beste Unterhaltung für jeden Psychologen und alle, die ein bisschen Mumin in sich tragen.

 

Weitere Menupunkte befassen sich mit Kultur, Eigenheit und Fremdheit, und der Begegnung mit anderen Ländern.

 

Fremdheit versammelt Texte, in denen es um Begegnungen von Kulturen und Unterschiedlichkeit geht. Ein Tagungsbericht gehört dazu, in Istanbul trafen sich 2012 erstmals deutsche und türkische MusiktherapeutInnen, und ich durfte dabei sein. In einem kleinen Vortrag bei der Brücke Elmshorn berichtete ich 2005 über Aspekte psychotherapeutischer Versorgung von Menschen aus anderen Ländern. Als weiterer Eintrag steht hier ein kleiner Vortrag, den ich im Jahr 2016 beim Buchholzer Bündnis für Flüchtlinge gehalten habe (Flucht und Trauma).

 

Musik liegt in allen Dinge, von Orpheus bis zur Musik der Welt in meiner rezeptiven Gruppenmusiktherapie "Musikalische Reise". In diesen Menupunkt würde auch der Aufsatz zu Suizidalität und Popmusik passen, den ich aber unter "Kultur" subsumiert habe ("Spiel mir das Lied vom Tod").

 

Kultur - damit meine ich Fotografieren, Pop, unsere Art, uns in der Welt als Menschen zu betätigen. Eine kleine Einführung zu meiner Fotoausstellung im März 2012 steht hier Außerdem gibt es einen Aufsatz zu Pop und Suizid.

 

Tiere und Menschen - wir Menschen sollten uns unter den anderen Tieren dieser Welt mal nicht so dicke tun. Das hat Auswirkungen auf viele Lebensfelder. Der Veganismus unserer Tochter hat uns hier auf den Weg gebracht. Viele der so entstandenen Gedanken und Texte gehen auf den "Runden Tisch Natur-, Umwelt- und Tierschutz Buchholz" zurück.

 

Italien 2017, Italien 2016, USA 2015, Sri Lanka 2013, Indien 2010, USA 1984 sind die Menupunkte, die meine Erd-Kunde beinhalten: die Kunde von den Erfahrungen mehr oder weniger  touristischer Exkursionen auf verschiedene Kontinente und in meine Heimat. Ich habe nicht immer Reisetagebuch geführt, das war keine Routine auf jeder Reise. Diese Erlebnisse haben mich besonders beschäftigt und ich musste sie aufschreiben.

 

Mehr Reisen sind die (oft kleineren) Touren, von denen Aufgeschriebenes überliefert ist: Satemin im Wendland, Pisak in Kroatien oder Ilsenburg im Harz.

 

 

zuletzt geändert  Buchholz, 18. Februar 2021                                            Ingo Engelmann